IB Aktiv gegen Armut

Der IB setzt sich ein

Der Internationale Bund (IB) ist einer der großen Dienstleister in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland. Seit seiner Gründung 1949 hat es sich der IB zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen. Das ist es, was in all seinen Tätigkeitsfeldern im Mittelpunkt steht - ob in Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen, in der Jugendarbeit oder der Behindertenhilfe: Überall geht es dem IB darum, Menschen zu stärken. Alle Menschen sollen sich in Freiheit entfalten können, ihr Leben selbstverantwortlich gestalten, sich in die Gesellschaft eingliedern und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und die Chance bekommen, persönliche Verantwortung zu übernehmen und die gesellschaftliche Entwicklung tätig mitzugestalten.

Armut schwächt Menschen. Deshalb setzt sich der IB in all seinen Geschäftsfeldern aktiv gegen Armut und für Würde und Teilhabe ausgegrenzter Menschen ein: zum Beispiel in der Schuldnerberatung, der Wohnungslosenhilfe, der Bildung für Benachteiligte, der Arbeit in sozialen Brennpunkten und problembelasteten Quartieren oder bei den Frühen Hilfen für Familien.

Jugendarmut ist sozialer Sprengstoff

Trotz der guten Beschäftigungszahlen auf dem Arbeitsmarkt wächst die Armut in Deutschland, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach der Veröffentlichung des vierten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung standen vor allem Altersarmut und Kinderarmut im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen. Dabei sind es vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren, die am stärksten von Armut betroffen oder bedroht sind. Jeder fünfte junge Mensch in Deutschland gilt als armutsgefährdet.

Tappt ein Mensch einmal in die Armutsfalle, hat er kaum noch eine Chance, ihr zu entrinnen. Besonders gefährdet sind junge Menschen, die die Schule nicht beendet haben oder beispielsweise nur mit einem schlechten Hauptschulabschluss. Das Armutsrisiko steigt auch in strukturschwachen Gebieten. Vielfach geraten dort lebende junge Erwachsene in einen Teufelskreis aus Armut, geringen Bildungsmöglichkeiten und sozialer und gesellschaftlicher Isolierung, aus dem sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen. Der IB setzt sich deshalb insbesondere für frühzeitige, verlässliche und wohnortnahe Unterstützungs-, Bildungs- und Förderangebote für Jugendliche ein, um ihnen die Chance auf ein würdevolles Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu geben.

Wohnen ist ein Menschenrecht

Schicksalsschläge können zum Verlust der Wohnung führen, bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper. Auch in Deutschland leben deshalb immer mehr Menschen ohne Dach über dem Kopf. 2014 waren hierzulande ca. 335.000 Menschen ohne Wohnung – seit 2012 ist dies ein Anstieg um ca. 18 Prozent, so die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Die Prognosen sind bitter: Die BAGW erwartet von 2015 bis 2018 sogar einen weiteren Zuwachs um 200.000 auf dann 536.000 wohnungslose Menschen. Das wäre eine Steigerung um ca. 60 Prozent. Der IB hilft jährlich in 4300 Fällen von akuter Wohnungsnot.

Demokratie bietet Zuflucht

Krieg, massive innere Unruhen oder politische Verfolgung treiben derzeit sehr viele Menschen aus ihrer Heimat. Sie verlassen ihre Heimat, weil sie dort um ihr Leben fürchten müssen. Diese Menschen benötigen besonderen Schutz. Der IB unterstützt seit seiner Gründung im Jahre 1949 Menschen, die nach Deutschland fliehen und fordert das Recht auf Leben und Menschenwürde für alle. Dabei geht es dem IB nicht nur darum, Flüchtlingen in Deutschland ein Dach über dem Kopf zu geben. Unsere Angebote orientieren sich am Bedarf der Flüchtlinge und wir unterstützen sie bei der Entwicklung ihres individuellen Lebensweges. Dazu gehört auch die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben beispielweise durch die Unterstützung bei Bildung und beruflicher Integration sowie durch Freizeitaktivitäten.

Bildung hilft Existenz sichern

Der IB gibt jährlich mehr als 30.000 jungen Menschen berufliche Orientierung, fast 10.000 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit IB-eigene Schulen. Dabei gilt die Devise: „Kein Abschluss ohne Anschluss!“ Auf diese Weise versucht der IB, Jugendarbeitslosigkeit und Jugendarmut einzudämmen und auch Kindern aus bildungsfernen Haushalten und Spätstartern eine Perspektive zu geben. Der IB bietet außerdem (berufsbegleitende) Qualifizierungen, Weiterbildungen und staatlich anerkannte Umschulungen an, gibt Arbeitssuchenden Hilfestellungen durch Sprachkurse und Arbeitsvermittlungsmaßnahmen. Mit vielfältigen Angeboten im Bereich der beruflichen Weiterbildung tragen die Bildungszentren des IB dazu bei, dass Menschen auch nach einer Phase der Erwerbslosigkeit wieder erfolgreich und dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden. Auch auf diese Weise trägt der IB dazu bei, Armut nachhaltig zu bekämpfen.

Kindheit prägt Zukunft

Kinder und Jugendliche sind aktuellen Studien zufolge die größten Verlierer der Wirtschafts- und Schuldenkrise der EU: Rund 26 Millionen und damit 27,9 Prozent aller unter Achtzehnjährigen sind in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Und auch in Deutschland bilden Kinder und Jugendliche nach wie vor die Altersgruppe mit der höchsten Armutsquote: Etwa jedes siebte Kind auf Hartz IV-Niveau - Tendenz steigend. Der IB engagiert sich für Kinder und ihr Recht auf Schutz, Bildung, soziale Teilhabe und Beteiligung an Entscheidungen.